Die USA und die Europäische Union erwägen weitere Sanktionen gegen Russland, falls das Waffenstillstandsabkommen in der Ukraine weiter verletzt wird. Darauf hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama und andere westliche Staats- und Regierungschefs in einer Videokonferenz geeinigt, verlautete es aus dem Weißen Haus. Demnach sollen Moskau weitere Kosten auferlegt werden, falls die prorussischen Separatisten an Boden gewinnen oder die Waffenstillstandsverletzungen anhalten.

Die Sanktionen sollen erst aufgehoben werden, wenn das Minsker Friedensabkommen für den Donbass vollständig umgesetzt ist, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. 

Die Gesprächspartner hätten zudem ein vom ukrainischen Parlament verabschiedetes Gesetz begrüßt, das die marode Wirtschaft des Landes stärken soll, hieß es weiter. EU-Vertreter teilten mit, bei der Videokonferenz seien auch weitere Konjunkturhilfen für die Ukraine erörtert worden.

Zudem wollen die USA und die EU demnach die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) dabei unterstützen, die Einhaltung des Minsker Friedensabkommens zu überwachen.

An der Videokonferenz nahmen auch der französische Staatschef François Hollande, der britische Premierminister David Cameron, Italiens Regierungschef Matteo Renzi und EU-Ratspräsident Donald Tusk teil.

Das ukrainische Militär hatte den prorussischen Aufständischen zuvor nach dem Tod von mindestens drei Soldaten im Konfliktgebiet einen ernsten Verstoß gegen die Waffenruhe vorgeworfen. Neun weitere Soldaten seien verwundet worden, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew. Die Aufständischen wiesen die Anschuldigungen zurück. Die "Volkswehr" reagiere nur auf "Provokationen" der Armee, sagte ein Sprecher.

Die Gefechte zwischen den prorussischen Separatisten und den Regierungstruppen in der Ostukraine sind zuletzt zwar abgeflaut. Doch melden beide Seiten sporadische Verstöße gegen den Waffenstillstand