WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat einem Verhör in der ecuadorianischen Botschaft in London zugestimmt. "Wir haben den Anklägern heute eine Bestätigung geschickt", sagte sein Anwalt Thomas Olsson einer schwedischen Tageszeitung.

Die schwedischen Staatsanwälte hatten sich lange geweigert, Assange in London zu verhören. Auf eine Befragung in Schweden wollte sich der Australier bisher ebenfalls nicht einlassen. Nun kommen die schwedischen Ermittler aber doch nach London – aus Zeitdruck. Die dem WikiLeaks-Gründer vorgeworfenen Taten verjähren im August.

Die Anschuldigungen stehen im Zusammenhang mit zwei Frauen, die Assange während eines Besuchs in Schweden getroffen hatte. Assange bezeichnet die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung als politisch motiviert. Er fürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden. Dort könnte ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats drohen. In den USA gibt es jedoch bisher weder eine Anklage gegen Assange noch ein Auslieferungsgesuch.

Schweden fordert seit dem Jahr 2010 die Auslieferung von Assange, um ihn zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung zu verhören. Im Juni 2012 floh Assange in die Botschaft Ecuadors in London. Dort wurde ihm zwei Monate später politisches Asyl gewährt. Seither lebt Assange in der ecuadorianische Botschaft.