Kurz nach der Bekanntgabe ihrer Präsidentschaftsbewerbung ist die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton aus dem Aufsichtsrat der Clinton-Stiftung ausgeschieden, um dem Vorwurf eines Interessenkonflikts zuvorzukommen. Clinton erklärte, obwohl sie gern in der Stiftung mitgearbeitet habe, gebe sie den Aufsichtsratsposten auf, "um mich dieser neuen, alles umfassenden Aufgabe zu widmen".

Die Stiftung unter der Führung von Hillary Clintons Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, ist eine große international aktive Wohltätigkeitsorganisation. Seit ihrer Gründung im Jahr 2001 warb sie knapp zwei Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) ein. Nachdem Hillary Clinton ihren Posten als US-Außenministerin 2013 aufgegeben hatte, arbeitete sie an mehreren Projekten der Stiftung mit, insbesondere zur Förderung von Mädchen und Frauen in Entwicklungsländern.

Angesichts der Geldgeber der Stiftung, darunter staatliche Einrichtungen in den USA, gab es Befürchtungen, Clintons Kritiker könnten diese Spenden als Maßnahme darstellen, die Politikerin zu beeinflussen. Zudem war die Stiftung wegen Spenden aus Saudi-Arabien in die Kritik geraten.

Clinton hatte am Sonntag ihre Bewerbung um die US-Präsidentschaft offiziell bekannt gegeben. Die 67-Jährige gilt als Favoritin im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur und könnte als erste Frau an die Spitze der Vereinigten Staaten rücken. Vor acht Jahren hatte sie im parteiinternen Vorwahlkampf gegen den heutigen US-Präsidenten Barack Obama verloren, der nun nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf.