Führende Politiker der US-Republikaner haben die Demokratin Hillary Clinton wegen ihrer Kandidatur zur Präsidentschaft angegriffen. Ihr möglicher direkter Gegner Jeb Bush sagte: "Wir müssen etwas Besseres leisten als die Obama-Clinton-Außenpolitik, die die Beziehungen zu unseren Verbündeten beschädigt und unsere Feinde gestärkt hat." Es sei an der Zeit, die ehemalige Außenministerin zu stoppen.

Rand Paul, der bereits seine Kandidatur für die Nominierung der Republikaner angekündigt hat, attackierte Clinton, weil ihre Stiftung Spenden aus Saudi-Arabien akzeptiert habe. "Ich würde annehmen, wenn Hillary Clinton an die Rechte der Frau glaubt, dann müsste sie zum Boykott gegen Saudi-Arabien aufrufen", sagte er dem Sender NBC. "Stattdessen nimmt sie zweistellige Millionenbeträge an." Clinton repräsentiere die schlimmsten Eigenschaften des Washingtoner Apparates: "die Arroganz der Macht, Korruption und Vertuschung, Interessenkonflikte und schlechte Führung".

Der Vorsitzende des Organisationskomitees der Republikaner, Reince Priebus, wies auf anstehende Ermittlungen rund um die E-Mail-Affäre hin. Clinton hatte zuletzt mit Kritik zu kämpfen, weil sie als Außenministerin ihr privates E-Mail-Konto für dienstliche Korrespondenz nutzte.

Die Republikanische Partei will schon früh die Gegner Clintons mobilisieren. Nur Stunden nach der Bekanntgabe der Kandidatur reagierten die Republikaner mit einer "Stop Hillary"-Kampagne: Die Partei sucht auf ihrer Webseite 100.000 Parteigänger, die sich im anstehenden Präsidentschaftswahlkampf gegen Clinton stemmen und einen republikanischen Herausforderer unterstützen. Einen "Stop Hillary"-Aufkleber für Autos in Form eines Stoppschildes gibt es bereits.

Auch in den eigenen Reihen ist Clinton nicht unumstritten. Der progressive Flügel der Demokraten wünscht sich eine stärkere Botschaft gegen die wachsende Einkommensungleichheit. Einige sehen zudem Clintons enge Bande zu Spendern von der Wall Street und die zentristische Wirtschaftspolitik unter ihrem Ehemann Bill skeptisch.

Es ist aber nicht absehbar, dass Clinton starke Konkurrenz in der eigenen Partei haben wird. Einige weniger bekannte Politiker erwägen eine Kandidatur, darunter der Ex-Gouverneur von Maryland, Martin O'Malley.

Aufseiten der Republikaner hat sich neben Rand Paul der ebenso konservative Tea-Party-Kandidat Ted Cruz bereits offiziell erklärt. Von Senator Marco Rubio aus Florida und von Jeb Bush wird dies noch erwartet. Bush war früher Gouverneur von Florida. Er ist der Bruder von Expräsident George W. Bush und der Sohn von dessen Vorvorgänger George H. W. Bush.