Das israelische Militär hat an der Grenze zu Syrien einen Luftangriff auf mutmaßliche Attentäter geflogen. "Eine Gruppe bewaffneter Terroristen" habe sich am Sonntag auf den Golanhöhen der Grenze genähert, mit einem Sprengsatz sollten israelische Grenzpatrouillen angegriffen werden, sagte eine Armeesprecherin. Die Luftwaffe habe die Männer ins Visier genommen und damit eine Attacke verhindert. Angaben zu Opfern machte Israel nicht. Syrische Staatsmedien berichteten zunächst nicht über den Vorfall.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte die am Luftangriff beteiligten Truppen. "Jeder Versuch, unseren Soldaten und Zivilisten zu schaden, wird mit einer entschiedenen Reaktion beantwortet wie die Militäraktion heute Abend, die eine Terrorattacke vereitelte", teilte er über Twitter mit. Armeesprecher Peter Lerner erklärte, es habe sich um drei oder vier Männer gehandelt, die ihre Bombe östlich des Grenzzauns verstecken wollten, der aber bereits auf israelischem Gebiet liegt.

Israel versucht zwar, sich aus dem seit mehr als vier Jahren tobenden Bürgerkrieg in Syrien herauszuhalten. Auf gelegentlichen Beschuss reagiert es jedoch mit Vergeltungsangriffen. Mitte Januar hatte Israel bei einem Luftangriff auf den syrisch kontrollierten Teil der Golanhöhen sechs Hisbollah-Kämpfer und einen iranischen General getötet. Die Hisbollah griff knapp zwei Wochen später einen israelischen Militärkonvoi an und tötete zwei Soldaten. Israel reagierte mit Artilleriebeschuss auf Hisbollah-Stellungen im Libanon. Die Hisbollah unterstützt Syriens Machthaber Baschar al-Assad im Bürgerkrieg.

Israel und Syrien gelten als erbitterte Feinde. Trotz der frostigen Beziehungen hatte die Assad-Dynastie in den vergangenen 40 Jahren dafür gesorgt, dass es in der Grenzregion überwiegend ruhig blieb. Israel befürchtet, dass Syrien nach einem möglichen Sturz Assads in die Hände von Extremisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" oder mit Al-Kaida verbündeten Gruppen fallen könnte.