Der ehemalige Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, hat die Huthi-Rebellen zum Abzug aus den von ihnen besetzten Gebieten aufgefordert. Die schiitischen Milizen sollten der Resolution des UN-Sicherheitsrates Folge leisten und sich aus allen eroberten Regionen einschließlich der Hauptstadt Sanaa zurückziehen, sagte Salih in einem von ihm kontrollierten jemenitischen Fernsehsender.

Zugleich rief Salih die Bürgerkriegsparteien dazu auf, zum Dialog zurückzukehren, um den Krieg zu beenden. Er ist einer der wichtigsten Verbündeten der Huthi und gilt als einer der treibenden Kräfte in dem Konflikt. Auch drei Jahre nach seinem Rücktritt hält ein Teil der Armee loyal zu ihm.

Die Salih-treuen Soldaten bekämpfen zusammen mit den Huthi-Rebellen die aktuelle Regierung. Sie brachten in den vergangenen Wochen und Monaten große Teile des Landes unter ihre Kontrolle. Salihs Nachfolger als Präsident, Abed Rabbo Mansur Hadi, wurde zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen.

Die am 15. April im UN-Sicherheitsrat verabschiedete Resolution sieht vor, dass die Huthi-Rebellen die von ihnen eingenommenen Gebiete und Regierungseinrichtungen räumen müssen. Außerdem enthält die Resolution ein Waffenembargo gegen die Rebellen.

Zugleich forderte Salih die von Saudi-Arabien geführte Koalition auf, ihre Angriffe gegen die Rebellen einzustellen. Offiziell wurden die Luftschläge bereits vor Tagen beendet. Laut Augenzeugen halten die Angriffe aber an. Zuletzt wurden etwa ein Stadion und mehrere Dörfer nahe der Stadt Sindschibar im Süden des Landes bombardiert. In der Stadt Lahdsch sollen ein Gerichtsgebäude und eine Polizeistationen getroffen worden sein. 

Nach UN-Angaben starben bei den Luftschlägen bisher 1.185 Menschen. Mindestens 150.000 Menschen sollen demnach wegen des Konflikts, der als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gilt, auf der Flucht sein.