Einen Tag nach der Demokratin Hillary Clinton hat auch der republikanische US-Senator Marco Rubio seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2016 bekannt gegeben. "Die Zeit für unsere Generation ist gekommen, um den Weg für ein neues amerikanisches Jahrhundert einzuschlagen", sagte Rubio am Montagabend bei einer Rede in seinem Heimatstaat Florida. Das Land könne nicht vorwärtsgehen mit den Führern der Vergangenheit wie den Bushs oder den Clintons. "Ich kann als Präsident einen Unterschied machen", fügte er hinzu.

Er griff die frühere First Lady und Ex-US-Außenministerin Clinton direkt an, ohne jedoch ihren Namen zu nennen: "Erst gestern hat eine Führungsperson von gestern einen Präsidentschaftswahlkampf gestartet, indem sie versprochen hat, uns zurück ins Gestern zu führen", polemisierte Rubio. "Gestern ist vorbei und wir kehren nicht zurück." Die demokratische Bewerberin machte sich derweil bereits auf Road-Tour durchs Land. Per Bus will sie über 1.800 Kilometer bis in den Mittelwest-Staat Iowa fahren – wo im Januar die ersten Vorwahlen steigen.

Die Kandidatur des 43-jährigen Senators aus Florida war seit dem Wochenende erwartet worden. Auf seinem Twitter-Konto hatte Rubio am Montagmorgen eine "große Bekanntmachung" für den Abend angekündigt.

Rubio ist nach seinen Senatskollegen Ted Cruz aus Texas und Rand Paul aus Kentucky der dritte Republikaner, der offiziell seine Kandidatur erklärt. Der in Miami geborene Sohn zweier Exilkubaner steht für eine konservative Politik und will damit nicht nur die im Wahlkampf wichtigen Latinos, sondern auch den rechten Flügel seiner Partei erreichen.  

Rubio, seit 2011 Senator für Florida, spricht sich gegen Abtreibung, die Homosexuellen-Ehe sowie die Legalisierung von Marihuana aus, und für den Besitz von Waffen, einen ausgeglichenen Haushalt und den militärisch entschiedenen Kampf gegen den islamistischen Terror im Nahen Osten. Sein politischer Förderer und enger Freund ist Jeb Bush, der selbst eine Kandidatur vorbereitet.

Rubio fordert eine umfassende Einwanderungsreform und lehnt die diplomatische Annäherung zwischen Havanna und Washington vehement ab. Kritiker halten ihn für zu jung, um ins Weiße Haus einzuziehen.