Der Gründer des rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, verzichtet auf eine Kandidatur bei den französischen Regionalwahlen. Er werde in der südöstlichen Region Provence-Alpes-Côte d’Azur nicht ins Rennen gehen, sagte der 86-Jährige dem Le Figaro Magazine

Seine Absage ist eine neue Wendung in dem parteinternen Richtungsstreit, der in eine Fehde zwischen Le Pen und seiner Tochter Marine eskalierte: Die Parteichefin hatte ihrem Vater nach neuen rassistischen und antisemitischen Äußerungen den Ausstieg aus der Politik nahegelegt. 

Am Freitag wollen Funktionäre des Front National über die künftige Rolle des Ehrenvorsitzenden der Anti-Einwanderungspartei beraten. Jean-Marie Le Pen hatte seinen Rückzug vergangene Woche abgelehnt und seiner Tochter vorgeworfen, die Partei zu sprengen. 

Eine 25-jährige, radikale Enkelin

Zu seinem Verzicht auf die Regionalwahlen erläuterte er, dass er sich dennoch für den besten Kandidaten halte. Wie sehr die Partei von seiner Familie dominiert wird, zeigt sich in Le Pens Einschätzung, dass ihn bei der Kandidatur noch am ehesten seine Enkelin Marion Maréchal-Le Pen ersetzen könne. Die 25-Jährige gilt als deutlich radikaler als ihre Tante, Marine Le Pen, die den Front National seit 2011 führt.

Marine Le Pen sieht ihre Bemühungen um ein bürgerliches Image der Partei durch ihren Vater gefährdet, der unlängst erneut mit einer Verharmlosung des Holocausts Aufsehen erregte. 

Unter ihrer Führung hatte die Partei an Zulauf gewonnen. Umfragen legen nahe, dass Marine Le Pen es bei der Präsidentschaftswahl 2017 in die Stichwahl schaffen könnte.