Falls Großbritanniens Labour-Partei nach der Wahl am 7. Mai die Regierung stellt, soll das Land in der Europäischen Union bleiben. Das teilte Oppositionsführer und Labour-Chef Ed Miliband bei der Vorstellung des Wahlprogramms seiner Partei mit. 

Seine Partei wolle ihre lange bestehenden Mitgliedschaften in internationalen Organisationen stärken, vor allem in der Nato und in der EU, heißt es darin. Großbritannien solle mit ihm als Premierminister eine Führungsrolle in der EU übernehmen, sagte Miliband.

Amtsinhaber David Cameron (Tories) hat im Falle eines Wahlsieges angekündigt, im Herbst 2017 ein Referendum über den Verbleib seines Landes in der EU abzuhalten. Zuvor wolle er die Union reformieren. Die Labour-Partei will ebenfalls Reformen, hält ein Referendum aber nicht für nötig. Dies schaffe nur Unsicherheit und koste Großbritanniens Wirtschaftswachstum. 

Der Umgang mit der Europäischen Union ist eines der zentralen Wahlkampfthemen in Großbritannien. Daneben diskutieren die Politiker vor allem über Wirtschaftsdaten, die Krise des Gesundheitssystems und Einwanderung.

In den Umfragen liegt Milibands Labour-Partei derzeit mit minimalem Vorsprung vorn. Der Herausforderer kann aber wie Cameron nicht auf eine absolute Mehrheit (326 Sitze im britischen Unterhaus) hoffen. Verfehlt der Sieger diese, ist eine Regierungsbildung mit einem Koalitionspartner denkbar. In der jetzigen Koalition regiert Cameron mit der Liberaldemokratischen Partei. Möglich wäre aber auch eine Labour-Minderheitsregierung mit Unterstützung der schottischen Nationalisten von der SNP.