Der Liberale Mustafa Akinci wird neuer Präsident der isolierten Türkischen Republik Nordzypern. Der Kandidat des Mitte-links-Lagers erhielt 60,48 Prozent der Stimmen und gewann somit die Stichwahl gegen den konservativen Amtsinhaber Derviş Eroğlu. Die Wahlbeteiligung lag bei etwas mehr als 64 Prozent.

Bei der Abstimmung ging es auch darum, wer die türkischen Zyprer bei Gesprächen über eine Wiedervereinigung der ethnisch gespaltenen Mittelmeerinsel vertreten soll. Akinci gilt als dialogbereit und könnte nach Ansicht von Beobachtern die Verhandlungen voranbringen. Der 67-jährige Akinci will das Gespräch mit dem griechisch-zyprischen Süden suchen.

Als Präsident bestimmt er den Chefunterhändler für die UN-Verhandlungen darüber, ob die Teilrepubliken wieder vereint werden. Die Verhandlungen sind seit Oktober wegen eines Streits um Gasvorkommen ausgesetzt. Der UN-Gesandte Espen Barth Eide sagte kürzlich, dass neue Verhandlungen im Mai beginnen könnten.

Der Regierungssprecher der Republik Zypern, Nikos Christodoulides, begrüßte die Wahl Akincis. Er habe stets hervorgehoben, dass es wichtig sei, dass beide Teile Zyperns wiedervereinigt werden. "Wir hoffen auf einen baldigen ehrlichen und substanziellen Dialog." Das Staatsfernsehen berichtete, dass auch griechische Bürger an den Feierlichkeiten in Nordzypern teilnahmen.

Die 1983 proklamierte Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Der Ursprung der Teilung liegt im Jahr 1974, als türkische Truppen auf der Insel landeten, um einen befürchteten Anschluss an Griechenland zu verhindern. Seit dem 1. Mai 2004 ist Zypern Mitglied der Europäischen Union.