Bewaffnete haben in Somalias Hauptstadt Mogadischu ein Regierungsgebäude überfallen. Mindestens zehn Menschen seien getötet und mehrere verletzt worden, sagte der Polizeibeamte Mohamed Dahir. Unter den Opfern befänden sich Regierungsmitarbeiter, Sicherheitskräfte, Zivilisten und drei der Angreifer, erklärte der Geheimdienstmitarbeiter Mohamed Hassan. Zu dem Angriff bekannte sich die radikal-islamische Al-Shabaab-Miliz.

Zunächst habe ein Selbstmordattentäter sein Auto am Tor des Hochschulministeriums in die Luft gesprengt, dann seien mit Gewehren bewaffnete Männer in das Gebäude eingedrungen, so der Polizist. Sicherheitskräfte hätten das Ministerium wieder unter ihre Kontrolle gebracht.

In dem Gebäudekomplex sind mehrere Ministerien untergebracht. Über dem Haus stieg Rauch auf. Schüsse waren zu hören, Krankenwagen brachten Verwundete weg, Sicherheitskräfte umstellten die Gegend. Das Gebäude liegt im Stadtteil K5, in dem die Al-Shabaab-Miliz zuletzt mehrfach Anschläge verübt hat.

Seit dem Sturz von Machthaber Siad Barre im Jahr 1991 herrscht in Somalia Bürgerkrieg. Al-Shabaab kontrollierte über Jahre weite Teile im Zentrum und Süden des Landes, konnte inzwischen aber aus Mogadischu und den meisten anderen größeren Städten zurückgedrängt werden. Allerdings verübt die Gruppe weiterhin regelmäßig Anschläge.

Vor knapp zwei Wochen hatten Al-Shabaab-Kämpfer ein Massaker an einer Universität im benachbarten Kenia verübt. Dabei starben mindestens 148 Menschen. Die Miliz will den Abzug der kenianischen Truppen aus Somalia erzwingen, wo diese seit dem Jahr 2011 stationiert sind.