Im Kriegsgebiet des Donbass wird offenbar wieder gekämpft. Das ukrainische Militär und prorussische Separatisten haben sich dutzendfachen Beschuss und gegenseitige Provokationen vorgeworfen. Trotz Waffenruhe seien mindestens zwei Soldaten getötet worden, sagte Armeesprecher Andrej Lyssenko. Gefechte habe es im Süden in der Nähe der Hafenstadt Mariupol gegeben. Die Aufständischen in der Großstadt Donezk berichteten von mindestens einem Toten in den eigenen Reihen.

Lyssenko warf Russland vor, die Separatisten weiter mit Waffen zu versorgen. Eine Kolonne mit zehn Panzern habe im Gebiet Luhansk die russische Grenze überquert, sagte der Armeesprecher. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Russland weist Vorwürfe zurück, die Separatisten militärisch auszurüsten. Moskau wirft Kiew vor, eine neue Offensive im Donbass vorzubereiten. 

Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kündigte in Kiew eine engere Zusammenarbeit mit der Nato an. Ein Abkommen, das vor allem eine technische Kooperation vorsieht, solle in Kürze unterzeichnet werden. Die Ukraine hofft auf eine Aufnahme in die Allianz. Die Bundesregierung lehnt dies ab.

Seit Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens im Februar in Minsk sind die Gefechte in der Ostukraine deutlich abgeflaut, auch wenn es immer wieder Tote auf beiden Seiten gibt. Seit Beginn des bewaffneten Konflikts in der Region vor einem Jahr wurden nach Schätzungen mehr als 6.000 Menschen getötet.