Auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim hat der einzige unabhängige Fernsehsender der Krimtataren den Sendebetrieb einstellen müssen. Die russischen Behörden gaben ihm trotz mehrerer Anträge keine neue Lizenz, wie die Betreiber des privaten Senders ATR mitteilten. Vier Anträge seien wegen technischer Formalitäten zurückgewiesen worden, über einen fünften sei noch nicht entschieden. Es gebe aber derzeit keine Rechtsgrundlage mehr, den Sendebetrieb fortzusetzen. Die islamisch geprägten Krimtataren hatten die Annexion ihrer Region durch Russland vor einem Jahr offen verurteilt.

Menschenrechtler von Amnesty International kritisierten den zunehmenden Druck der Behörden auf unabhängige Medien auf der Krim. Ein Vertreter sprach von einem "eklatanten Angriff" auf die Pressefreiheit, der als administrative Maßnahme getarnt sei. Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen sprach von Diskriminierung.

Auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim leben rund 300.000 Krimtataren. Unter dem Diktator Josef Stalin war die ethnische Minderheit 1944 deportiert worden. Erst in den 1980er Jahren kehrten Angehörige in ihre frühere Heimat zurück. Der Sender ATR will nun weiter in der Ukraine senden.

Ukraine will billigere Energiepreise von Russland

Bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin warb der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk um wirtschaftliche Hilfen für sein Land. Die Ukraine kämpfe im Osten des Landes auch gegen russische Separatisten, "um Europa und die Europäische Union zu schützen", sagte Jazenjuk. Nun sei es wichtig, den ukrainischen Energiesektor unabhängiger zu machen.

So stellte das Land am Mittwoch die Abnahme von Erdgas aus Russland vorläufig ein. Die ukrainische Regierung will vor neuen Importen zunächst über einen günstigeren Preis verhandeln. "Wenn der Preis von 250 Dollar bestätigt wird, werden wir kaufen", sagte Energieminister Wladimir Demtschischin Medienberichten zufolge in Kiew. Im ersten Quartal zahlte die finanziell angeschlagene Ex-Sowjetrepublik 329 US-Dollar für 1.000 Kubikmeter Gas. Russland hatte der Ukraine zuletzt Preisnachlässe  von 100 US-Dollar pro 1.000 Kubikmeter auch im zweiten Quartal in Aussicht gestellt.

Europa erhält weiterhin russisches Gas über die Ukraine. Die Lieferungen seien ungestört, sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. Für Mitte April sind Gasgespräche unter EU-Vermittlung in Berlin geplant. Angestrebt ist eine Vereinbarung bis Ende 2016. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für den Transport von russischem Gas in die Europäische Union. 

Ukrainischer Soldat in Ulm gestorben

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) warb in Berlin erneut für den Friedensplan zwischen der Ukraine und Russland. Dieser müsse eingehalten werden.

Im Bundeswehrkrankenhaus Ulm starb am Mittwoch ein 19-jähriger ukrainischer Soldat. Er hatte sich bei Kämpfen in seiner Heimat schwer verletzt. Ukrainische Soldaten mit schweren und komplexen Verletzungen werden seit Längerem auch in deutschen Bundeswehrkrankenhäusern behandelt.