Die Ursache für den Absturz des A400M-Militärtransporters am 9. Mai nahe des Airbus-Werks in Sevilla ist offenbar identifiziert. Ingenieure von Airbus Military hätten ein Softwareproblem in der Triebwerkssteuerung entdeckt, berichtet Spiegel Online. Insgesamt seien vor dem Absturz drei Triebwerke ausgefallen.

Die Triebwerke hätten, unmittelbar nach dem das Flugzeug gestartet war, widersprüchliche Befehle erhalten und daraufhin die Leistung abgeschaltet. Aus Airbus-Kreisen hieß es, die Piloten hätten nichts unternehmen können, um die Triebwerke wieder zu starten. Sie hätten zwar versucht, das Flugzeug zurück zum Flugplatz zu steuern, konnten es aber nicht mehr kontrollieren.

Ein Airbus-Sprecher bestätigte der dpa, dass ein Softwarefehler identifiziert worden sei. Darüber würden nun Kunden informiert. Zu diesen gehört neben Großbritannien, Frankreich und der Türkei auch Deutschland. Die Bundeswehr hat insgesamt 53 Militärtransporter bestellt, von denen 40 durch die Luftwaffe genutzt und 13 weiterverkauft werden sollen. Das erste Flugzeug erhielt die Bundeswehr im Dezember 2014.

Bundeswehr setzt A400M-Testflüge aus

Diese befindet sich zur Zeit in der Einsatzprüfung und werde vorerst nicht mehr fliegen, sagte ein Sprecher der Luftwaffe. Zunächst werde abgewartet, zu welchem Ergebnis die spanischen Ermittler kommen. Ein zusätzliches Risiko für das Personal solle vermieden werden.

Bereits der Bau des A400M-Prototyps war durch Probleme bei der Entwicklung der Triebwerke verzögert worden. Der Jungfernflug des Transporters, an dessen Entwicklung sieben europäische Nato-Staaten beteiligt waren, fand im Dezember 2009 statt – ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Beginn der Serienproduktion.

Erneute Probleme mit den Triebwerken führten dazu, dass Airbus die erste A400M-Maschine erst im August 2013 – mit vier Jahren Verspätung – an die französische Luftwaffe übergab. Das Land besitzt bereits vier Exemplare des Transporters und setzt diese bei Auslandseinsätzen ein.

Der Absturz nahe Sevilla war das schwerste Unglück seit Entwicklung des Transporters. Vier Airbus-Ingenieure starben, zwei wurden schwer verletzt aus dem Wrack gerettet. Einer von ihnen hatte berichtet, dass mehrere Triebwerke ausgefallen seien. Es war der Erstflug der Maschine, die an das türkische Militär hätte geliefert werden sollen.