Mehrere ostafrikanische Länder haben bei einem Krisentreffen eine Verschiebung der Wahlen in Burundi gefordert. Grund ist eine Staatskrise, die entstanden war, weil Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit kandidieren will. Aus Sicht seiner Kritiker verstößt das gegen die Verfassung.

Seit Wochen gibt es daher in Burundi Proteste. Dabei sind in den vergangenen Wochen laut dem Roten Kreuz mindestens 25 Menschen getötet worden.

Der Krisengipfel tagt in der tansanischen Hafenmetropole Daressalam. Die Staatschefs fanden jedoch keine einheitliche Position zu Nkurunzizas Plan. Sie äußerten sich aber "tief beunruhigt" über die Lage in Burundi und riefen alle Konfliktparteien zum Gewaltverzicht auf.

Mehr als 110.000 Menschen sind nach UN-Angaben aus Angst vor neuer
Gewalt aus dem sehr armen Land geflohen. Bisherige Appelle aus dem Ausland, die Wahl zu verschieben, hat Nkurunziza zurückgewiesen.  

Die Opposition in Burundi zeigte sich vom Ergebnis des
Krisengipfels enttäuscht. Eine Lösung des Konflikts könne es nur
geben, wenn der Präsident sein widerrechtliches Bemühen um eine
dritte Amtszeit aufgebe, sagte Oppositionsführer Agathon Rwasa. Notfalls werde seine Partei FNL die geplante Wahl am 26. Juni boykottieren.

Menschen haben Angst vor neuer Gewalt

An dem Krisentreffen nahmen unter anderem der südafrikanische Präsident Jacob Zuma und sein kenianischer Amtskollege Uhuru Kenyatta teil.
Nkurunziza selbst schickte nur seinen Auflenminister. Während eines
ersten Krisengipfels in Daressalam vor drei Wochen versuchte das
Militär in Bujumbura, sich an die Macht zu putschen
. Der Versuch
schlug fehl, Nkurunziza kehrte nach wenigen Tagen zurück

Viele Menschen in Burundi haben Angst vor einem neuen Ausbruch der Gewalt. Erst vor zwölf Jahren ging ein blutiger Bürgerkrieg zu Ende, in dem 300.000 Menschen starben. Burundi gehört laut UN-Entwicklungsindex zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.