Die Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) haben die einseitige Waffenruhe mit der kolumbianischen Regierung für beendet erklärt. Als Grund dafür nannte die Rebellenorganisation die ständigen Angriffe der Regierung. Zuvor hatte das Militär 26 der linksgerichteten Aufständischen bei einem Angriff getötet.

Der Militärschlag richtete sich kolumbianischen Medienberichten zufolge gegen eine einzelne Farc-Einheit, die in der Provinz Cauca im Drogenhandel aktiv gewesen sein soll. Angehörige dieser Einheit sollen im November eine Touristeninsel angegriffen haben. Dabei seien angeblich auch Armeeangehörige ums Leben gekommen.

Der Militärschlag ist der schwerste Angriff, seit Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos im April als Reaktion auf eine Farc-Attacke die Wiederaufnahme von Bombardierungen angeordnet hatte.

Seit Ende 2012 laufen die Friedensverhandlungen zwischen der größten kolumbianischen Rebellengruppe Farc und der Regierung in der kubanischen Hauptstadt Havanna. Die Gespräche stehen unter der Schirmherrschaft von Kuba und Norwegen, zudem werden sie von Chile und Venezuela begleitet.

Die Beendigung der Waffenruhe bedeutet nicht automatisch ein Ende der Verhandlungen. Die Gespräche leiden jedoch darunter, dass die Führung der Farc keine Kontrolle über rund 7.000 Kämpfer in der Unruheregion hat. Kolumbiens Präsident Santos rief dazu auf, die Friedensgespräche in Havanna zu "beschleunigen", um die Gewalt nach fünf Jahrzehnten zu beenden.

Die Farc kämpfen seit 1964 gegen Großgrundbesitzer und die kolumbianische Regierung. Amtlichen Angaben zufolge wurden in dem längsten bewaffneten Konflikt Lateinamerikas etwa 220.000 Menschen getötet.