Die konservative Partei des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy ändert ihren Namen. Die UMP soll bald "Les Républicains" – "Die Republikaner" – heißen. Dafür sprach sich der Vorstand in Paris aus, wie Parteisprecherin Isabelle Le Callennec auf Twitter mitteilte. Bei der Abstimmung, in der es auch um ein neues Parteistatut ging, gab es bei 51 Anwesenden nur eine Enthaltung.

Die Namensänderung der größten Oppositionspartei Frankreichs sei notwendig gewesen, da diverse "Turbulenzen und Affären das Kürzel UMP eingetrübt" hätten, sagte Partei-Mitglied Bernard Accoyer. Noch muss der neue Name von der Parteibasis anerkannt werden. Die Mitglieder können demnächst im Internet darüber abstimmen, auf einem Parteitag Ende Mai soll die Neugründung dann offiziell gemacht werden. 

Angeregt hatte die Umbenennung der Parteivorsitzende Sarkozy selbst, der mit "Den Republikanern" im Präsidentschaftswahlkampf 2017 ein zweites Mal in den Élysée-Palast einziehen will. Dazu müsste er sich allerdings gegen den ehemaligen Premierminister Alain Juppé durchsetzen, der bereits seine Kandidatur erklärt hat.

Der Ruf der UMP hatte vor allem unter Zweifeln am Führungsstil des früheren Vorsitzenden Jean-François Copé gelitten, der vergangenes Jahr zum Rücktritt gedrängt wurde. Auch Ermittlungen im Zusammenhang mit der Wahlkampffinanzierung Sarkozys im Jahr 2012 fügten dem Ansehen der Partei Schaden zu. Die UMP ("Union pour un Mouvement Populaire" – Union für eine Volksbewegung) war 2002 als Zusammenschluss verschiedener konservativer und Zentrumsparteien entstanden.

Die regierenden Sozialisten bezeichneten die Umbenennung von Sarkozys Partei als "Ausbeutung des gemeinsamen Erbes". Die "Republik" sei ein "gemeinsames Gut", dessen sich kein einzelner "bemächtigen" dürfe, hatte der sozialistische Abgeordnete Christian Paul bereits im vergangenen Monat gesagt. "Niemand hat das Recht, die Republik aus Gründen des politischen Marketings zu seinem Eigentum zu machen", sagte Pauls Parteikollegin Annick Lepetit nun.

Auch bei einigen Anhängern der UMP sorgte der neue Name für Argwohn – vielen von ihnen ist er zu amerikanisch.