Der Irak hat nach offiziellen Angaben eine Offensive für die Rückeroberung der Wüstenprovinz Anbar von der Extremistenmiliz "Islamischer Staat" gestartet. Das sagte ein Sprecher einer schiitischen Miliz, die an der Seite der Armee gegen den IS kämpft.

Der Einsatz sei am Dienstag in der Wüste nordöstlich der Provinzhauptstadt Ramadi angelaufen, sagte ein Sprecher des Truppenverbands Hasched al-Schaabi, dem Milizengruppen und freiwillige Kämpfer angehören. Ziel sei es, von der Provinz Salaheddin aus nach Süden vorzudringen und die Gebiete zwischen Salaheddin und der Provinz Anbar zu befreien. Anbar ist fast vollständig in IS-Hand und soll dem Sprecher zufolge isoliert werden.

Zuletzt hatten die irakischen Truppen mit der Aufgabe der Stadt Ramadi eine großen Rückschlag erlitten. US-Verteidigungsminister Ash Carter warf ihnen deswegen vor, keinen Kampfeswillen zu haben. Obwohl sie dem Gegner zahlenmäßig weit überlegen gewesen seien, hätten sie sich zurückgezogen.

Der irakische Verteidigungsminister bestätigte die Initiative via Facebook. Ramadi erwähnte er dabei nicht namentlich. Eine Bestätigung über tatsächliche Truppenbewegungen in der Region gab es zunächst nicht. Die irakische Regierung und die USA hatten beim Kampf um Ramadi zunächst vor allem auf die örtlichen Streitkräfte gesetzt und sich skeptisch gegenüber einer Unterstützung durch schiitische Milizen gezeigt, die vom Iran unterstützt werden. Die Provinz Anbar ist überwiegend sunnitisch.

Der IS eroberte vor über einer Woche Ramadi und wenige Tage später in Syrien auch die strategisch wichtige Stadt Palmyra. Die Extremisten feierten damit zwei ihrer größten Erfolge. Zuvor hatten die Regierungstruppen mithilfe der Luftangriffe der von den USA geführten Koalition größere Landgewinne errungen.