Die Regierung in Teheran hat Saudi-Arabien vor Angriffen auf ein iranisches Schiff mit Hilfsgütern für den Jemen gewarnt. Der Frachter transportiert nach iranischen Militärangaben Nahrungsmittel und Medikamente, um den Opfern der Kämpfe und Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland auf der Arabischen Halbinsel zu helfen.

Der Iran werde nicht zulassen, dass der Frachter auf dem Weg in die jemenitische Hafenstadt Hodeida gestoppt werde, sagte Massud Dschasajeri, Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte. "Dann würde bei uns der Geduldsfaden reißen und für die Gegenseite zu unkontrollierbaren Konsequenzen führen", sagte er.

Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition hatte dagegen am Dienstagabend gesagt, das Bündnis werde keinem iranischen Schiff das Anlegen im Jemen erlauben. Der Iran könne Hilfsgüter in das Bürgerkriegsland liefern, müssen diese jedoch über die Vereinten Nationen schicken. Auch die US-Regierung forderte, den für die UN-Hilfslieferungen genutzten Hafen in Dschibuti anzufahren und nicht den jemenitischen Hafen Hodeida.

Iran werden Waffenlieferungen vorgeworfen

Der Iran wird verdächtigt, die Huthi-Rebellen auch mit Waffen zu unterstützen. Seit mehr als sechs Wochen versuchen Saudi-Arabien und sunnitische Verbündete, die Huthis zurückzudrängen, die weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht haben. Der gewählte Präsident Abed-Rabbo Mansur Hadi hat sich nach Saudi-Arabien abgesetzt.

Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien sieht im schiitischen Iran seinen größten Konkurrenten in der Region. Saudi-Arabien und seine arabischen Verbündeten haben seit Ende März Huthi-Stellungen bombardiert. Seit Dienstagabend gilt eine fünftägige Waffenruhe.

Trotz dieser vereinbarten Feuerpause kam es Berichten von Bewohnern zufolge im Süden und Osten des Landes zu Kämpfen. Ein saudischer General sagte im arabischen TV-Sender Al-Arabija, es gebe keine Hinweise, dass die schiitischen Huthi-Rebellen die Waffenruhe einhalten wollten.