Ein Anhänger der Terrororganisation IS hat sich in einer schiitischen Moschee in Saudi-Arabien in die Luft gesprengt und dabei 21 weitere Menschen getötet. Es war der zweite Anschlag gegen Schiiten innerhalb eines halben Jahres in dem Königreich, zu dem sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" bekannte. Der Anschlag sei in dem Dorf Al-Kudeh in der östlichen Provinz Katif verübt worden. Dort leben große Teile der schiitischen Minderheit des Landes.

Mehr als 60 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Verweis auf die Gesundheitsbehörde der Provinz. Mindestens 40 davon befänden sich in einem kritischen Zustand, weshalb wahrscheinlich sei, dass die Zahl der Toten weiter steigen werde. Es ist der schwerste Angriff auf das Königreich seit mehr als zehn Jahren.

Die Terrormiliz IS bekannte sich über ihren Radiosender Al-Bajan und über verschiedene Websites zu dem Attentat. Zugleich warnten die Terroristen, es lägen "schwarze Tage" vor den Schiiten. Der Radiosender teilte mit, der Angriff sei von einem neuen Ableger namens Nadschd Provinz ausgeübt worden. Der Name nimmt Bezug auf eine historische Region der arabischen Halbinsel, auf der sich auch die saudisch-arabische Hauptstadt Riad befindet. 

Der oberste Geistliche des Landes, Großmufti Abdel-Asis al-Scheich, sagte im saudischen Staatsfernsehen, der Angriff in Katif ziele darauf ab, "einen Keil zwischen die Söhne der Nation zu treiben". Der Anschlag sei "ein Verbrechen, eine Schande und eine große Sünde".

Mehr als 1.000 Zivilisten seit Beginn der Luftschläge im Jemen getötet

Der Anschlag erfolgte inmitten schwerer Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran wegen der Jemen-Krise. In Saudi-Arabien ist seit dem Vormarsch der schiitischen Huthi-Rebellen in dem Nachbarland eine anti-iranische Stimmung entstanden, verstärkt seit dem Beginn von Luftangriffen einer vom Königreich geführten Koalition.

Bei den Luftschlägen gegen die Huthi wurden nach Angaben des UN-Hochkommissariats in Genf neben zahlreichen Rebellen auch 1.037 Zivilisten getötet. Unter den Opfern waren demnach 130 Frauen und 234 Kinder. Schätzungsweise 2.500 Zivilisten seien zudem verletzt worden, sagte Sprecherin Cécile Pouilly. Am schlimmsten betroffen seien die Städte Saada und Aden. Auch am Freitag flog Saudi-Arabien mit seinen Verbündeten wieder Luftangriffe im Jemen.