Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Anweisung gestoppt, derzufolge Palästinenser im Westjordanland nicht mehr in denselben Bussen fahren dürfen wie Israelis. Er habe gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Mosche Jaalon entschieden, die umstrittene Order "einzufrieren", berichteten israelische Medien. Die Vorschriften, die zunächst versuchsweise für drei Monate gelten sollten, waren scharf kritisiert worden.

Kurz zuvor hatte Verteidigungsminister Mosche Jaalon verkündet, dass getestet werde, ob getrennte Busse sinnvoll seien. Das Ziel sei gewesen, "die Palästinenser, die Israel verlassen, besser zu kontrollieren und das Sicherheitsrisiko zu vermindern". Die Siedler im Westjordanland fordern seit Jahren, dass Palästinenser nicht in ihren Bussen fahren dürfen.

Betroffen von der Maßnahme wären Tausende Menschen gewesen. Um zu ihren Arbeitsplätzen in Israel und wieder zurück ins Westjordanland zu gelangen, hätten sie jeweils einen von insgesamt vier Kontrollposten passieren müssen. Israel hatte das Westjordanland nach dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt und kurz darauf annektiert.

Die israelische Zeitung Ha'aretz schrieb, die Beschränkungen könnten die Reisezeiten für pendelnde Arbeiter um etwa zwei Stunden verlängern. Menschenrechtsorganisationen wollten die Anweisungen vor dem höchsten Gericht in Jerusalem anfechten.