Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat den wiederholten Beschuss ihrer Beobachter im Krisengebiet Ostukraine kritisiert. In den vergangenen 36 Stunden habe es mehrere Vorfälle gegeben, bei denen auf Mitarbeiter gefeuert wurde, hieß es in einer Mitteilung.   

In der Stadt Shyrokyne sei ein OSZE-Fahrzeug getroffen worden, sagte der Chef der Beobachtermission, der türkische OSZE-Botschafter Ertuğrul Apakan. Zwar habe es keine Verletzten gegeben, dennoch bestehe Grund zur Sorge. "Es ist eine unbewaffnete Mission", sagte Apakan.

Prorussische Aufständische beklagten Angriffe seitens der ukrainischen Armee in der Unruheregion. Trotz der vereinbarten Waffenruhe hätten Regierungseinheiten die Separatistenhochburg Donezk mehrfach unter Feuer genommen, teilten die militanten Gruppen mit.

Die Armee habe dabei auch aus Panzern sowie mit Artillerie und anderen schweren Waffen geschossen, die laut Friedensabkommen abgezogen sein müssten. Die Aufständischen hätten das Feuer nicht erwidert, erklärte Separatistenführer Eduard Bassurin. Angaben über Opfer gab es nicht.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisierte den Beschuss als "groben Verstoß" gegen das Friedensabkommen von Mitte Februar. Lawrow rief den serbischen Außenminister Ivica Dačić als amtierenden Vorsitzenden der OSZE in einem Telefonat auf, Druck auf die ukrainische Regierung auszuüben.

Von der prowestlichen Führung in Kiew gab es zunächst keine Stellungnahme. Ein Armeesprecher hatte am Samstag den Separatisten den Beschuss von Stellungen bei Luhansk vorgeworfen. Dabei sei mindestens eine Frau getötet worden, hieß es.