Verwirrung um eine angebliche Intervention saudi-arabischer Bodentruppen im jemenitischen Bürgerkrieg: Zunächst erklärte der Anführer einer regierungstreuen jemenitischen Miliz, seit Sonntag kämpften 40 bis 50 arabische Spezialkräfte mit seinen Einheiten gegen die schiitischen Huthi-Rebellen am Flughafen von Aden – doch wenige Stunden später widerrief er. Bei den Kämpfern handele es sich um Jemeniten und nicht um Ausländer, sagte er.

Ein Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Koalition hatte zuvor erklärt, die Allianz habe keine größere Bodenoffensive begonnen. Vor Ort befänden sich keine ausländischen Einheiten. Zu einer Entsendung von Spezialkräften wollte er sich nicht dezidiert äußern.


Saudi-Arabien bekämpft seit Ende März an der Spitze einer überwiegend sunnitischen Militärallianz die Rebellen der schiitischen Huthi-Miliz im Jemen. Bislang waren die Huthi-Stellungen nur aus der Luft angegriffen worden, Bodentruppen kamen nicht zum Einsatz. Vor einigen Tagen hatte das Außenministerium in Riad mitgeteilt, dass saudiarabische Bodentruppen einen Huthi-Angriff an der Grenze zwischen beiden Ländern abgewehrt hätten.

Human Rights Watch berichtet von Streubomben-Einsatz

Unterdessen hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition den Einsatz geächteter Streumunition vorgeworfen. Fotos, ein Video und andere Indizien deuteten darauf hin, dass bei Luftangriffen auf Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen Streubomben abgeworfen worden seien, erklärte HRW.

Den Angaben zufolge geht aus Satellitenbildern hervor, dass in der Provinz Saada, einer Hochburg der Huthis im Norden des Landes, Bombensplitter auf einer landwirtschaftlichen Fläche wenige Hundert Meter von bewohntem Gebiet niedergegangen seien. Es handele sich vermutlich um Streumunition vom Typ CBU-105, die von den USA an Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate geliefert worden sei.

Streubomben setzen Hunderte kleinerer Bomben frei. Viele Blindgänger explodieren erst Jahre später. Genau wie Landminen geht die Munition bei Berührung in die Luft – wer nicht sofort getötet wird, überlebt meist schwer verstümmelt. Nach einem von 116 Staaten unterzeichneten Vertrag aus dem Jahr 2008 ist Streumunition international verboten. Saudi-Arabien, die USA und der Jemen schlossen sich dem Abkommen jedoch bislang nicht an.