In Polen hat die Stichwahl um das Präsidentenamt begonnen. Etwa 30 Millionen Wahlberechtigte können sich zwischen Amtsinhaber Bronisław Komorowski und seinem nationalkonservativen Herausforderer Andrzej Duda entscheiden

Erste Prognosen werden nach Schließung der Wahllokale ab 21 Uhr erwartet. Duda hatte vor zwei Wochen überraschend den ersten Wahlgang mit 35 Prozent der Stimmen gewonnen. Präsident Komorowski lag mit 34 Prozent knapp hinter ihm.

Beide Kandidaten liegen Umfragen zufolge etwa gleichauf. Komorowski konnte nach Ansicht von Beobachtern in zwei TV-Duellen punkten, die vor der Stichwahl stattfanden.

Die Präsidentenwahl gilt als wichtiges Signal für die polnischen Parlamentswahlen im Herbst. Sollte Duda Präsident werden, könnte das der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im Wahlkampf helfen.

In Polen hat ein Präsident deutlich mehr Machtbefugnisse als in Deutschland. So kann er etwa eine Kabinettssitzung einberufen und leiten. Im Kriegsfalle wäre er Oberkommandierender der Streitkräfte.