Chemiewaffeninspekteure haben in Syrien Spuren eines Vorprodukts der Nervengase Sarin und VX gefunden. Angesichts des Fundes habe die EU die Sorge, dass Syrien noch immer über Chemiewaffen oder Bestandteile zu ihrer Herstellung verfügen könne, hieß es in einem am Freitag auf der Website der Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) veröffentlichten Bericht.

Syriens Staatschef Baschar al-Assad hatte im Oktober 2013 der Vernichtung sämtlicher chemischer Kampfstoffe unter Aufsicht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen zugestimmt, nachdem die USA wegen eines Giftgasangriffs mit bis zu 1400 Toten nahe der Hauptstadt Damaskus mit einem Militärangriff gedroht hatten. Die ausgelieferten Giftgasbestände - insgesamt 1300 Tonnen - wurden auf hoher See im Mittelmeer unschädlich gemacht.

Erst vor wenigen Tagen hatte die MenschenrechtsorganisationAmnesty International der syrischen Regierung vorgeworfen, weiterhin gezielt Fassbomben gegen Zivilisten einzusetzen. Durch derartige Angriffe seien seit Januar 2014 allein in der Provinz Aleppo über 3.000 Menschen getötet worden, im April dieses Jahres waren es 110, hatte es in einem Bericht der Organisation geheißen.