Bei einem US-amerikanischen Luftangriff auf Extremisten in Syrien sind wahrscheinlich zwei Kinder getötet worden. Das geht aus einem vom Pentagon veröffentlichten Untersuchungsbericht hervor. Demnach wurden zudem zwei erwachsene Zivilisten bei den Attacken vom 4. und 5. November 2014 verletzt. Das US-Zentralkommando drückte sein Bedauern über die mutmaßlichen Todesfälle auf, betonte aber zugleich, dass bei dem militärischen Vorgehen alle Regeln befolgt worden seien.

Es handelte sich um die erste von vier laufenden Militärermittlungen zu zivilen Opfern durch Luftschläge gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und andere Extremistengruppen im Irak und Syrien. Anlass sind Vorwürfe von Menschenrechtlern, wonach weitaus mehr unschuldige Bürger durch die Offensiven ums Leben kamen als bisher bekannt. Gegen den IS im Irak gehen die USA seit August vergangenen Jahres militärisch vor, seit September auch in Syrien.

Die nun untersuchten Luftangriffe in der Nähe der syrischen Stadt Harim galten Stellungen der Chorasson-Gruppe, eine der Al-Kaida nahestehenden Terrorzelle, die nach Einschätzung von US-Vertretern Anschläge auf amerikanische und andere westliche Einrichtungen geplant haben soll.

Bei den US-Attacken seien sechs Gebäude zerstört und zwei weitere auf zwei getrennten Arealen beschädigt worden, hieß es in dem 76 Seiten starken Report. Ursprünglich hätten sich dort zivile Einrichtungen befunden, weswegen sie auf einer "Nichtangriffsliste" gestanden. Doch hätten mehrere Geheimdienstberichte ergeben, dass die Gebäude von der Chorasson-Gruppe später zu "feindlichen" Zwecken umfunktioniert worden seien. So hätten die Anlagen bekannten Mitgliedern der Terrorzelle für Treffen sowie zur Lagerung und Produktion von Sprengstoff gedient, zudem hätten dort Bombenexperten und ausländische Extremisten Zuflucht gesucht.

Vor den Luftangriffen habe es keine Anzeichen gegeben, dass sich auf dem Areal Kinder aufgehalten hätten, hieß es. Die Ermittlungen legten aber nun den Schluss nahe, dass die Opfer offenbar in der Nähe der ins Visier genommenen Ziele gelebt hätten. Zudem verwies der Report auf Medienberichte, wonach es sich bei einem der Kinder um die Tochter eines Kämpfers der radikalen Nusra-Front handele.