Am Rande des Gipfels der EU mit den östlichen Partnerländern haben Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande mehr als zwei Stunden mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras über Lösungsmöglichkeiten für Athens Schuldenkrise beraten. Über den Inhalt des Gesprächs wurde am Freitagmorgen zunächst wenig bekannt.

Eine deutsche Regierungssprecherin sagte lediglich, das Treffen habe in konstruktiver und freundschaftlicher Atmosphäre stattgefunden. Einigkeit habe darüber bestanden, dass die Gespräche zwischen der griechischen Regierung und den Institutionen EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) fortgesetzt werden müssten. Nach Angaben griechischer Medien sagte Tsipras nach dem Treffen, es könnte bis Ende Mai eine Einigung im Schuldenstreit geben.

Die Euroländer fordern von dem pleitebedrohten Griechenland im Gegenzug für weitere Unterstützung weitreichende Reformzusagen. Bis zuletzt hatte es die Regierung in Athen nicht geschafft, eine überzeugende Liste mit Vorschlägen vorzulegen. Die griechische Regierung muss am 5. Juni eine hohe Kreditsumme an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückzahlen, die das Land voraussichtlich überfordern wird.

Frankreichs Präsident Hollande hatte vor dem Dreiertreffen vor zu großen Erwartungen gewarnt. Der entscheidende nächste Termin werde ein Treffen der Finanzminister der Euroländer sein, das Ende des Monats oder ganz zu Beginn des Monats Juni erwartet werde. "Wir werden nicht hier in Riga die Griechenland-Frage ausverhandeln", sagte er.