Nach Aussage mehrerer Diplomaten in Wien hat der Iran seinen Uran-Vorrat entsprechend einem Zwischenabkommen aus dem November 2013 reduziert. Demnach hat das Land mehrere Tausend Kilogramm angereichertes Uran in eine Form umgewandelt, die nicht atomwaffenfähig ist. Das werde der IAEA-Bericht bestätigen, sagten die Diplomaten.

Der Iran verhandelt derzeit mit den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und Deutschland über ein dauerhaftes Atomabkommen. Ziel der Verhandlungen: Dem Iran soll es unmöglich gemacht werden, eine Atomwaffe zu bauen.

Der iranische Verhandlungsführer, Außenminister Mohammad Javad Zarif, traf am Morgen den Außenminister der USA, John Kerry. Der sagte hinterher, die Unterredung sei gut gelaufen. "Ich bin hier um ein finales Abkommen zu schließen und ich denke, dass werden wir schaffen", sagte Zarif.

Die Staaten verhandeln seit 2013 über das Atomabkommen. Die Verhandlungen sollten am 30. Juni enden. Diese Frist sei bis zum 7. Juli verlängert worden, dann würde die Europäische Union ihre Sanktionen gegen den Iran wieder aktivieren. Mit dieser Entscheidung solle "mehr Zeit für die andauernden Verhandlungen über eine langfristige Lösung" geschaffen werden, teilte der Europäische Rat mit, der die Mitgliedsstaaten vertritt.

Vor allem Mitarbeiter der amerikanischen Delegation drängen darauf, dem Kongress bis zum 9. Juli ein Abkommen vorlegen zu können. Der hätte anschließend 30 Tage Zeit dieses zu prüfen. Sollte dies nicht möglich sein, werden die USA ein Abkommen aufgrund der Sitzungspause des Kongresses erst wesentlich später ratifzieren können – die Kontrollphase würde dann 60 Tage lang dauern. Präsident Barack Obama sei besorgt, dass Kritiker in dieser Zeit eine breite Opposition mobilisieren können, berichtet die New York Times.

Strittig war zuletzt, ob der Iran es erlaubt, dass Kontrolleure Militäranlagen betreten dürfen, sowie wann und welche internationalen Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden sollen. Der Iran fordert, dass alle Finanz- und Wirtschaftssanktionen erlöschen müssen, sobald das Abkommen unterzeichnet sei. Das geistliche Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, sagte, dass die iranischen Diplomaten nicht darüber verhandeln werde, ob Militäranlagen betreten werden dürfen.