Nur sie konnte sich das leisten! Die französische "Vizepräsidentin" sagt: "Wir müssen aufhören, Nutella zu essen". Denn zu viel Palmöl, das Nutella in Massen enthält, zerstört aufgrund der Monokultur von Ölpalmen die Regenwälder. Eine ökologische Binsenweisheit – doch mit einer neuen Botschafterin: Die Vizepräsidentin, das ist Frankreichs berühmte Umweltministerin Ségolène Royal, ehemalige Präsidentschaftskandidatin und Ex des Präsidenten, die diesen inoffiziellen Titel erst kürzlich vom Wochenmagazin L'obs verliehen bekam.

Ihren Klartext sprach sie in einem Fernsehinterview am Montagabend: "Nutella ist gut!" servierte ihr der Moderator einen französischen Werbespruch. "Ja, aber ein Fauxpas, weil das Palmöl viele Bäume ausrottet und beträchtlichen Schaden anrichtet", entgegnete die Ministerin.


Das konnte nicht so stehen bleiben. Tags drauf zürnten die Italiener: Agnese Landini, die Frau von Ministerpräsident Renzi, ließ sich demonstrativ einen Nutella-Crêpe mit Sahne servieren. Als wäre Nutella ein exklusives Frauenthema. Dabei legte sich Royal vor allem mit ihren ach so kulinarisch versierten Landleuten an: Die nämlich 105 Millionen Nutella-Gläser pro Jahr verzehren, macht jährlich 4 Milliarden Baguette-Schnitten mit Nutella. Ein Armutszeugnis? Aber ja! Als "generationsspezifischen Krisendämpfer" bezeichnete die Tageszeitung Le Monde den Schokoladenaufstrich, weil vor allem junge Franzosen ihm verfallen.

Also paddelte Royal zurück: "Tausend mal Entschuldigung wegen der Nutella-Polemik. Man muss ja die Fortschritte anerkennen", ließ sie zwei Tage später auf Twitter verlauten. Das bezog sich auf die Proteste von Nutella-Hersteller Ferrero, der auf die Kritik Royals entgegnet hatte, dass man sich der Umweltfolgen durchaus bewusst sei und sich um eine nachhaltige Palmöl-Produktion kümmere.

Trotzdem: Die Vizepräsidentin, Mutter der vier Kinder des Präsidenten, hat es allen französischen Eltern ins Familienbuch geschrieben: Nutella ist ein Fauxpas! Das bleibt hängen.