Die Bundesregierung räumt eine Lücke bei der Kontrolle von Rüstungsexporten ein. Es lasse sich nicht prüfen, wohin die in Saudi-Arabien gefertigten G3- und G36-Gewehre exportiert würden, antwortete das Wirtschaftsministerium auf eine Frage des Grünen-Abgeordneten Omid Nouripour. "Eine physische Endverbleibskontrolle" sei "auf Basis der zugrunde liegenden Genehmigungen nicht möglich", hieß es in der Antwort des Ministeriums, aus der Spiegel Online zitiert

Saudi-Arabien darf Gewehre des deutschen Herstellers Heckler & Koch in Lizenz für den Eigenbedarf bauen. Offenbar liefert das Land die Waffen aber auch in den Jemen, um dort die Milizen zu unterstützen. Entsprechende Bilder und Belege waren im April öffentlich geworden. 

Laut Spiegel Online gibt es zwar eine Erklärung des saudischen Königshauses, dass man die Waffen nur selbst nutze. Für eine Kontrolle vor Ort ist aber eine Genehmigung erforderlich – und die liegt nicht vor.

Die Lieferung deutscher Waffen nach Saudi-Arabien ist seit Langem innerhalb der Bundesregierung umstritten. Parteichef Sigmar Gabriel und die SPD machten sich zuletzt für eine restriktive Politik stark. Für die deutsche Rüstungsindustrie ist Saudi-Arabien ein wichtiger Kunde.