Das höchste US-Gericht hat den Klimaschutzplänen von Präsident Barack Obama einen Rückschlag versetzt. Der Supreme Court sprach sich gegen die Regelung der Umweltschutzbehörde Epa aus, die den schädlichen Bleiausstoß von Kohlekraftwerken eindämmen sollte.

Die Behörde habe das Gesetz zur Verbesserung der Luftqualität falsch interpretiert, hieß es im Urteil. Die Kosten für die vorgeschriebenen Filteranlagen seien durch den gesundheitlichen Nutzen für die Bevölkerung nicht gerechtfertigt. "Die Behörde hat sich um die finanziellen Folgen ihrer Entscheidung keine Gedanken gemacht", schrieb Richter Antonin Scalia zur Begründung. Die Epa (Environmental Protection Agency) hatte argumentiert, die zusätzlichen Kosten für die Betreiber bei der Regelung nicht berücksichtigen zu müssen. Industrieverbände und mehr als 20 Bundesstaaten hatten das Vorhaben der Behörde angefochten.

Die Entscheidung des Gerichts könnte Folgen für die US-Pläne zur weiteren Eindämmung der Treibhausgase haben, die bei der Klimakonferenz in Paris Ende dieses Jahres vorgestellt werden sollen. Das Weiße Haus zeigte sich nach Angaben von Regierungssprecher Josh Earnest "enttäuscht". Die Epa muss ihre Regelung nun überarbeiten. 

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte im Kampf gegen die globale Erwärmung indessen eine Beschleunigung der Verhandlungen zum neuen Klimapakt. Derzeit gingen diese nur im Schneckentempo voran, dabei verblieben lediglich zehn Verhandlungstage, sagte Ban. Wichtige politische Fragen seien noch ungelöst. Der französische Außenminister Laurent Fabius rief ebenfalls zu zügigeren Verhandlungen auf. Die Länder wollten ein Abkommen.

Ban forderte, die führenden Nationen müssten ihren Ministern und Unterhändlern klare Vorgaben machen und Verantwortung für die Verhandlungen über ein weltweites Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen bei der Klimakonferenz im Dezember in Paris übernehmen.

Robert Redford spricht vor den Vereinten Nationen

Der US-Schauspieler Robert Redford sagte in einer Rede vor den Vereinten Nationen, er komme nicht als Schauspieler, sondern als Anwalt der Umwelt, Vater, Großvater und besorgter Bürger. Der 78-jährige Oscar-Gewinner sagte, sein Umweltschutzengagement habe vor 40 Jahren begonnen und sei seitdem immer größer geworden. Die Zeit für halbherzige Maßnahmen und das Leugnen des Klimawandels sei vorbei. Die Aufgabe für die 193 Mitglieder der Vereinten Nationen sei klar: "Rettet die Welt, bevor es zu spät ist".