Die mexikanischen Zwischenwahlen sind von Gewalt begleitet worden. Demonstranten verbrannten in südlichen Bundesstaaten Wahlurnen und lieferten sich Straßenschlachten. Die Bundesregierung hatte vorab Tausende Soldaten und Polizisten in die Staaten Chiapas und Guerrero entsandt, um dort die Wahllokale zu bewachen.

Allein im Bundesstaat Oaxaca im Süden des Landes seien 79 Randalierer in Gewahrsam genommen worden, teilte Polizeichef Enrique Galindo am Sonntag mit. Sie hätten Urnen gestohlen und Wahlunterlagen in Brand gesteckt. Bei den Verdächtigen handele es sich um Mitglieder des schwarzen Blocks der Lehrergewerkschaft CNTE, sagte Galindo der Zeitung Milenio.

Eigentlich ziehen die Zwischenwahlen in Mexiko nicht so viel Aufmerksamkeit auf sich, die Wahlbeteiligung ist eher gering. Allerdings hatten radikale Lehrergewerkschaften und Aktivisten angedroht, die Wahlen zu verhindern. In den vergangenen Tagen waren Bewaffnete wiederholt in Wahl- und Parteibüros in Chiapas und Guerrero eingebrochen und hatten Zehntausende von Wahlzetteln vernichtet.

Die radikalisierten Lehrer wehren sich gegen eine Bildungsreform aus dem Jahr 2013, nach der sie Bewerbungstests absolvieren müssen. Zudem fordern sie Gehaltserhöhungen sowie die sichere Rückkehr der 42 seit neun Monaten vermissten Lehramtsstudenten aus dem Bundesstaat Guerrero. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Hochschüler von einer Drogenbande getötet und verbrannt wurden.

In Tixtla in Guerrero verbrannten Protestierende mindestens sieben Urnen und weiteres Wahlmaterial. Kurz darauf warfen Demonstranten und Hunderte Menschen, die ihr Wahlrecht verteidigen wollten, gegenseitig Steine aufeinander. Ob jemand dabei verletzt wurde, war zunächst nicht bekannt.

Regierungspartei gewinnt in Unruheregion

Die mexikanische Regierungspartei PRI bleibt vorläufigen Auszählungsergebnissen zufolge die stärkste politische Kraft im Land. Laut vorläufigen Ergebnissen gewannen die Sozialdemokraten auch die Wahl in der Unruheprovinz Guerrero. Ihr Kandidat Héctor Astudillo kam auf 42 Prozent der Stimmen, gefolgt von Beatriz Mojica von der linken PRD mit 34 Prozent. 

Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong sagte, es handele sich um die am besten bewachte Wahl in der Geschichte Mexikos. Es gebe bislang nur minimale Probleme. Laut Angaben des nationalen Wahlinstituts konnten fast alle Wahllokale öffnen.

Bei den Zwischenwahlen werden 500 Mandate für das Unterhaus des Kongresses sowie neun der 31 Gouverneursposten und Hunderte kommunale Ämter neu vergeben. Die Wahlen gelten als Test für die Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto zur Hälfte seiner sechsjährigen Amtszeit. Seine Partei bestimmt derzeit im Kongress, der Präsident gilt allerdings in der Bevölkerung als unpopulär. In einer vom Unterhaus des Kongresses durchgeführten Meinungsumfrage erklärten Anfang des Jahres 75 Prozent der Befragten, sie hätten wenig bis keinerlei Vertrauen in irgendeine Partei.