In der Ostukraine wird nach Angaben der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) an mehr Stellen gekämpft. "Wir zählen immer mehr Brennpunkte", sagte der Vizechef der OSZE-Beobachtermission in der Ukraine, Alexander Hug, in Wien. "Es gibt eine Eskalation." Die Kämpfe zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Regierungstruppen fänden dabei zunehmend in bewohnten Gebieten statt.

Beide Seiten hätten zudem zuletzt immer mehr Landminen gelegt, sagte Hug. Sie verstießen außerdem gegen das Minsker Abkommen vom Februar dieses Jahres, indem sie schwere Geschütze in die Konfliktregion brächten, anstatt sie abzuziehen. "Es gibt derzeit einen deutlichen Abwärtstrend." Seit Beginn der Kämpfe im April 2014 sind in den Gebieten um Donezk und Luhansk nach UN-Angaben mehr als 6.400 Menschen ums Leben gekommen. Die OSZE hat derzeit rund 370 unbewaffnete Beobachter in der Region im Einsatz.   

Der Regierung in Kiew machen auch Finanzprobleme zu schaffen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will das pleitebedrohte Land aber auch bei einem Scheitern der Gespräche mit privaten Kreditgebern unterstützen, teilte IWF-Chefin Christine Lagarde mit. Zwar dringt der Währungsfonds weiterhin darauf, die vorerst eingestellten Gespräche der Regierung in Kiew mit privaten Gläubigern fortzusetzen. Sollte es in diesen Verhandlungen zu keinem Kompromiss kommen, halte die Organisation mit Sitz in Washington an ihren Zusagen fest, sagte Lagarde. Das Hilfsprogramm des IWF umfasst derzeit 17,5 Milliarden US-Dollar.

Lagarde traf sich am Freitag mit dem ukrainischen Regierungschef Arseni Jazenjuk und dessen Finanzministerin Natalija Jaresko, um die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu besprechen. Die ukrainische Regierung verhandelt seit Monaten mit privaten Gläubigern, um einen Staatsbankrott mittels Umschuldung zu vermeiden.