Der Oberste Gerichtshof Saudi-Arabiens hat die Verurteilung des Bloggers Raif Badawi zu tausend Stockhieben und zehn Jahren Gefängnis bestätigt. Damit gibt es keine juristische Möglichkeit mehr, die Bestrafung zu verhindern, es gäbe allerdings theoretisch die Möglichkeit, dass Saudi-Arabiens König den Blogger begnadigt. Badawis nach Kanada geflüchtete Ehefrau Ensaf Haidar befürchtete, dass die Bestrafung mit Stockhieben bereits in wenigen Tagen fortgesetzt werden könnte.

"Dieses Urteil hat mich schockiert", sagte Haidar. Sie sei optimistisch gewesen, dass es mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan und dem Amtsantritt des neuen Königs Salman eine Begnadigung "für politische Häftlinge wie meinen Mann" geben werde, sagte sie.

Der 31-jährige Blogger war wegen Beleidigung des Islams verurteilt worden. Im Januar bekam er öffentlich die ersten 50 Stockhiebe. Weitere körperliche Bestrafungen wurden zunächst aus medizinischen Gründen verschoben.

Badawi war im Juni 2012 festgenommen worden. Sein Vergehen aus Sicht der Herrscher besteht darin, dass er in seinem Blog immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung von religiös begründeten Regeln kritisierte. Ein von Badawi mitgegründetes Internetforum wurde gesperrt.

Die Strafe hatte international Entsetzen ausgelöst, zahlreiche Politiker forderten das Königreich zur Freilassung Badawis auf. Kritik kam unter anderem von den Vereinten Nationen, den USA, der Europäischen Union und aus Kanada.