Tausende Syrer sind vor den heftigen Kämpfen um die Stadt Tal Abjad über die Grenze in die Türkei geflohen. Nachdem türkische Sicherheitskräfte ihnen die Einreise zunächst verwehrt hatten, überwanden sie die Sperranlagen bei Akçakale.  

Stundenlang war die Menschenmenge hinter einem Zaun mit Stacheldraht zurückgehalten worden. Das Sicherheitspersonal habe versucht, die Flüchtlinge mit Wasserwerfern und Warnschüssen zurückzudrängen, berichtete ein Fotograf. Die Menschen sollten im eigenen Land bleiben, sagte der stellvertretende türkische Ministerpräsident Numan Kurtulmuş dem Sender CNN Türk.

Kurz darauf änderten die türkischen Behörden ihre Strategie und erlaubten den Flüchtlingen die Einreise. Immer wieder kamen auch Bewaffnete an den Grenzzaun, bei denen es sich offensichtlich um Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) handelte. Das türkische Fernsehen berichtete, dass die Dschihadisten versucht hätten, die Flüchtlinge am Passieren der Grenze zu hindern.

Kurdische Einheiten liefern sich derzeit schwere Kämpfe mit den IS-Extremisten um die Stadt Tal Abjad. Die Kurden versuchen, die Stadt zu erobern und damit die wichtige Nachschublinie des IS zu kappen. In die Stadt hinein schafften es die Kurden bisher aber noch nicht.

Über Tal Abjad kommen viele Kämpfer zum IS, die aus der Türkei in die syrische Provinz Rakka reisen. IS-Kämpfer in Tal Abjad versuchten, die Offensive der kurdischen Milizen zu blockieren. Sie sprengten Brücken südöstlich und südwestlich der Stadt in die Luft, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete.