Der Kongress hat Präsident Barack Obama nach Widerständen weitreichende Befugnisse für die Verhandlung internationaler Handelsabkommen gewährt. Der Senat verabschiedete ein Beschleunigungsgesetz, das es der Regierung erleichtern soll, die Freihandelsabkommen mit den pazifischen Staaten (TPP) und der Europäischen Union (TTIP) zu verhandeln. Das Votum fiel 60 zu 38 aus.

Das Gesetz regelt, dass der Kongress die Verträge nur als Ganzes annehmen oder ablehnen kann. Inhaltliche Änderungen sind künftig nicht mehr möglich. Dem hatte das Repräsentantenhaus bereits zugestimmt. Obama muss das Gesetz nun noch unterschreiben.

Die Regierung hatte die Senatoren und Abgeordneten monatelang dazu gedrängt, die Regelung zu verabschieden. Vor allem in Obamas Partei, den Demokraten, regte sich Widerstand. Seine Parteifreunde befürchten, dass Handelsabkommen die Interessen amerikanischer Arbeitnehmer und Umweltschützer nicht beachten.  Der Präsident war auf die Unterstützung der oppositionellen Republikaner angewiesen, um das Gesetz durch das Parlament zu bringen.

Das Hauptaugenmerk Washingtons liegt derzeit auf den Gesprächen über das Pazifik-Abkommen, die deutlich weiter fortgeschritten sind als die Verhandlungen über das TTIP-Abkommen mit Europa. Der geplanten Pazifik-Freihandelszone sollen neben den USA elf Länder angehören: Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Obamas Regierung hofft auf einen Abschluss bis Jahresende.