Pierre Nkurunziza hat mit allen Mitteln für seine dritte Amtszeit gekämpft, jetzt ist es offiziell bestätigt: Er bleibt Präsident von Burundi. Wie die Wahlkommission mitteilte, entfielen 69 Prozent der Stimmen auf den Staatschef, der bereits seit dem Jahr 2005 im Amt ist. Seine Kandidatur um eine dritte Amtszeit war höchst umstritten: Die Verfassung sieht nur zwei Amtszeiten für einen Präsidenten vor.

Das Ergebnis kann auch insofern nicht überraschen, als dass mehrere Oppositionsgruppen zum Boykott der Wahl aufgerufen hatten. Parteien, die sich dennoch an der Wahl beteiligt hatten, klagten über Schikanen. Der Oppositionskandidat Agathon Rwasa warf der Regierung vor, seinen Wahlkampf vereitelt zu haben.

Nkurunzizas Entscheidung, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, hatte in dem kleinen ostafrikanischen Land politische Proteste und monatelange Unruhen ausgelöst. Mitte Mai scheiterten Teile der Armee mit einem Putsch gegen den Präsidenten. Die Regierung ging mit Gewalt gegen ihre Gegner vor.

Internationale Beobachter bezeichneten die Wahl als weder frei noch fair. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP wurde Zeuge von Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung in der Hauptstadt Bujumbura. So wurden Protokollformulare noch vor Beginn der Stimmauszählung unterzeichnet. Im Staatsrundfunk hieß es, der Vorsitzende eines Wahlbüros sei beim Vollstopfen einer Urne mit Stimmzetteln überrascht und daraufhin der Polizei übergeben worden.

Nkurunziza steht der Bewegung der evangelikalen Christen nahe und begreift seine Präsidentschaft als "göttliches Mandat". Den Vorwurf des Verfassungsbruchs wies er mit dem Argument zurück, für seine erste Amtszeit sei er nicht direkt vom Volk, sondern vom Parlament gewählt worden.

Beobachter befürchten, dass die Lage nach der Wahl weiter eskalieren könnte. Seit der Unabhängigkeit von Belgien im Jahr 1961 gab es in Burundi vier Staatsstreiche und einen Bürgerkrieg, dem Schätzungen zufolge 250.000 Menschen zum Opfer fielen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind in den vergangenen Monaten rund 170.000 Menschen aus Angst vor Gewalt aus dem Land geflohen.