Der US-Immobilienunternehmer Donald Trump hat im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner die Führung übernommen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die im Auftrag von ABC und der Washington Post durchgeführt wurde. Demnach gaben 24 Prozent der befragten Anhänger der Republikaner an, in einer Vorwahl Trump wählen zu wollen. 

Die Zustimmung für Trump ist im Vergleich beachtlich: Dem Zweitplatzierten Scott Walker würden nur 13 Prozent der Befragten ihre Stimme geben. Jeb Bush, der in ähnlichen Umfragen bisher immer führte, landet mit 12 Prozent auf Platz 3.

Für die Erhebung wurden vom 16. bis zum 19 Juli insgesamt 1.002 Anhänger und Sympathisanten der republikanischen Partei befragt. Die Fehlerspanne liegt bei 3,5 Prozent. Eingeschränkt wird die Aussagekraft des Ergebnisses allerdings dadurch, dass Trumps jüngste Ausfälle gegen John McCain zeitlich so fielen, dass sie nur den letzten Tag der Umfrage beeinflusst haben. 

Trump beleidigt McCain

An diesem Tag, schreiben die Autoren, hatten die Äußerungen des Unternehmers bereits drastische Auswirkungen auf die Zustimmungsraten. Da die Anzahl der Befragten zu diesem Zeitpunkt aber im Verhältnis gering war, ist schwer einzuschätzen, in welchem Ausmaß die Äußerungen Trump geschadet haben.

Trump hatte am Wochenende auf einem Treffen sozialkonservativer Evangelikaler gesagt, McCain gelte nur deshalb als Kriegsheld, weil er in Gefangenschaft geraten sei. Von solchen Leuten wolle er sich keine Vorträge halten lassen. "Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden", sagte Trump. Seine Äußerungen lösten in der republikanischen Partei große Empörung aus. McCain forderte eine Entschuldigung bei allen US-Veteranen. Trump erwiderte hingegen: "Ich werde sagen, was ich sagen will."