Die Niederlande haben sich für die Einrichtung eines UN-Tribunals zum Abschuss des Malaysian-Airlines-Fluges MH17 ausgesprochen. Ein solches Gericht biete die größte Chance, mögliche Täter strafrechtlich zu verfolgen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte. Die Niederlande wollen sich dafür beim UN-Sicherheitsrat einsetzen. Damit unterstützt das Land Malaysia, das angekündigte hatte, eine entsprechende Resolution bei den Vereinten Nationen einreichen zu wollen.

"Von Anfang an war Gerechtigkeit für die Opfer unsere Priorität", sagte Rutte. "Jetzt bitten wir die UN um Unterstützung bei der Einrichtung eines internationalen Tribunals." Russland, das Vetorecht im UN-Sicherheitsrat hat, hatte sich allerdings bereits skeptisch zu dem Vorschlag geäußert. Ein UN-Tribunal sei "kontraproduktiv", teilte das Außenministerium mit.

Kritik kommt aus Russland auch am jüngsten niederländischen Bericht zum Absturz, in dem die Ermittler zu dem Schluss kommen, dass das Flugzeug von einer Buk-Rakete abgeschossen wurde. Die Ergebnisse würden mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben, teilte die russische Luftverkehrsbehörde Rosawiazija mit. "Unsere Spezialisten haben eine ganze Reihe an erheblichen Einwänden", sagte der stellvertretende Behördenleiter Oleg Stortschewoj. Er äußerte die Hoffnung, dass die russischen Kommentare und Ergänzungen in der endgültigen Fassung berücksichtigt und offene Fragen beantwortet würden. Zugleich kritisierte er, dass Russland nur 30 Tage Zeit habe für eine Reaktion und nicht wie sonst international üblich 60 Tage. 

MH17 war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ostukraine abgestürzt, weil das Flugzeug offenbar abgeschossen wurde. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Die Regierung in Kiew und der Westen hegen den Verdacht, dass die Maschine von einer russischen Flugabwehrrakete getroffen wurde, die prorussische Separatisten abgefeuert hatten. Russland widerspricht dem und wirft der ukrainischen Armee vor, für den Absturz verantwortlich zu sein.