Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras hat mehrere Vertreter des linken Flügels seiner Partei Syriza aus der Regierung entlassen. Insgesamt würden zehn Mitglieder der politischen Führung in Athen ausgetauscht, darunter mehrere Minister und Vizeminister, die gegen die Maßnahmen gestimmt hatten, teilte das Büro des Regierungschefs mit. Darunter sind mit Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis und dem stellvertretenden Minister für Sozialthemen, Dimitris Stratoulis, die Anführer des linken Parteilagers. Sie sperren sich gegen weitere Sparmaßnahmen und Privatisierungen und befürworten den Austritt aus der Eurozone. Zudem müssen mehrere Vizeminister gehen.

Die Entlassenen werden durch enge Mitarbeiter und Vertraute des Regierungschefs ersetzt. Das wichtige Ministerium für Umwelt und Energie, das zahlreiche Privatisierungen vornehmen muss, übernahm Tsipras' Mitarbeiter Panos Skourletis. Finanzminister bleibt Euklides Tsakalotos. Auch Außenminister Nikos Kotzias behält sein Amt.

32 Abgeordnete des linken Flügels der regierenden Syriza, darunter auch Lafazanis und Stratoulis, hatten im Parlament gegen das griechische Sparprogramm votiert. Es gab zudem sechs weitere Abweichler, die sich der Stimme enthielten, und eine Abgeordnete, die nicht zur Abstimmung erschien.

Tsipras hatte anschließend seinen Mitarbeitern gesagt, er wolle das Land weiter mit einer Minderheitsregierung führen, die sich auf 123 der insgesamt 300 Volksvertreter in dem Parlament stützen kann und von der Opposition geduldet wird. Erste Priorität habe jetzt das neue Spar- und Hilfsprogramm. Wenn das unter Dach und Fach sei, könnten im Herbst vorgezogene Wahlen stattfinden, hieß es aus Regierungskreisen.