Bei der Explosion einer Autobombe auf einem belebten Markt im Irak sind mindestens 90 Menschen getötet worden. Manche Quellen zufolge waren es mehr als 120 Todesopfer. Zudem seien 130 Besucher des Marktes in Bani Saad rund 35 Kilometer nordöstlich der irakischen Hauptstadt verletzt worden, sagte Muthana al-Tamimi, Gouverneur der betroffenen Provinz Dijala. Unter den Opfern sind laut lokalen Behörden auch Kinder.

In Fernsehbildern waren Leichen inmitten der Trümmer total zerstörter Gebäude und brennender Fahrzeuge zu sehen. Eine Menschenmenge habe das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan gefeiert, wie irakische Militärvertreter berichteten. Der Attentäter habe sich während des Festes in einem Auto in die Luft gesprengt. Die Opfer waren den Angaben zufolge überwiegend Zivilisten.

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) übernahm auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Verantwortung für den Anschlag. Die Mitteilungen konnten nicht unabhängig überprüft werden, wurden aber auf Nutzerkonten veröffentlicht, die für gewöhnlich von der sunnitischen Miliz genutzt werden. Die Organisation kontrolliert weite Teile Syriens und des Iraks und hat über die Staatsgrenze hinweg ein Kalifat ausgerufen.

Teile der Provinz Dijala wurden 2014 von der IS-Miliz erobert. Irakische Regierungssoldaten und kurdische Kämpfer brachten Gebiete seitdem wieder unter ihre Kontrolle. Es kommt weiterhin häufig zu Zusammenstößen zwischen IS-Kämpfern und Sicherheitskräften.