In der jemenitischen Stadt Aden ist es zu schweren Angriffen der Huthi-Rebellen gekommen. Allein im umkämpften Stadtteil Dar Saad im Norden der Hafenstadt seien bei Raketen- und Mörsergranatenangriffen der Huthi 57 Zivilisten getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden, teilte der Chef der örtlichen Gesundheitsdienste mit. Zu den 57 zivilen Todesopfern zählen zwölf Kinder. Mehr als 215 Menschen seien verletzt worden, darunter 25 Kinder. "Wohngebiete im Viertel Dar Saad zu bombardieren, ist ein selbstmörderischer Akt der Huthis", sagte der Übergangsgouverneur von Aden, Najef al-Bakri. Die Exilregierung hatte zuletzt beteuert, die Lage in Aden unter Kontrolle zu haben.

Auch in den Stadtteilen Chor Maksar, Crater und Tawahi lieferten sich die schiitischen Huthi-Rebellen heftige Gefechte mit Soldaten und Milizen, die den nach Saudi-Arabien geflüchteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi unterstützen. Hilfe erhielten die Hadi-treuen Truppen aus der Luft von einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition.

Eine Vorausdelegation von Hadis Exilregierung unter Leitung der Minister für Inneres und Verkehr war Freitagabend in Aden eingetroffen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Laut Nachrichtenagentur Sana beriet die Delegation am Samstag mit den örtlichen Behörden über erste Schritte, um das Leben in der Stadt wieder zu normalisieren. Zu ihren wichtigsten Aufgaben zählten sie demnach, Flughafen und Hafen für internationale Hilfslieferungen wieder zu öffnen sowie die Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen.

Der Jemen wird seit Monaten von schweren Kämpfen erschüttert, bei denen bislang mehr als 3.200 Menschen getötet wurden. Während einer einjährigen Offensive gelang es den Huthi-Rebellen mit Unterstützung von Getreuen des früheren Präsidenten Ali Abdullah Saleh, weite Teile des Jemen unter ihre Kontrolle zu bringen.

Seit Ende März unterstützt eine Militärkoalition unter Führung des sunnitischen Königreichs Hadis Truppen mit Luftangriffen. Vor anderthalb Wochen riefen die UN eine humanitäre Feuerpause für den Jemen aus, die aber nicht eingehalten wurde. Huthi-Sprecher Mohammed Abdessalam warf den UN in einer Erklärung vor, sie seien mit verantwortlich für die Fortsetzung des Konflikts, weil sie die Waffenruhe nicht durchgesetzt haben.