Im Jemen haben Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition versehentlich Stellungen der mit ihr verbündeten regierungstreuen Truppen attackiert. Es seien 15 Menschen getötet und mindestens 40 verletzt worden, hieß es aus jemenitischen Militärkreisen. Die Angriffe fanden in der südlichen Provinz Lahdsch statt, wo verbündete Milizen Saudi-Arabien und die jemenitische Exilregierung gegen die schiitischen Huthi-Rebellen unterstützen. Augenzeugen und regierungstreue Milizen bestätigten die Luftangriffe.

Ziel der Attacke waren eigentlich Stellungen der schiitischen Huthi-Rebellen nahe dem strategisch wichtigen Militärstützpunkt Al-Annad. Auch die von den Aufständischen kontrollierte Basis wurde getroffen, ebenso ein Ziel nördlich der Hafenstadt Aden. Die Huthis brachten unterdessen nach eigenen Angaben das Zentrum der Stadt Sabr unter ihre Kontrolle und rücken Richtung Norden vor.

Erst wenige Stunden zuvor war eine humanitäre Feuerpause in Kraft getreten, die von der saudischen Militärkoalition ausgerufen worden war und fünf Tage dauern sollte. Die Huthis hatten das Angebot abgelehnt. 

Die Waffenruhe hielt keine Nacht.Saudi-Arabien hatte die Luftangriffe auf den Jemen zwar zunächst eingestellt. Dennoch gab es bereits kurz darauf Bodengefechte zwischen Huthis und Saudis an drei Orten: in der Stadt Tais, der Provinz Marib sowie der Umgebung des strategisch wichtigen Militärstützpunkts Al-Annad in der Provinz Lahdsch.

Die Rebellen, die weite Teile des Jemen kontrollieren, kämpfen gemeinsam mit Anhängern des früheren Staatschefs Ali Abdullah Salih gegen ein loses Bündnis aus Stammeskämpfern und Milizen, die dem im saudi-arabischen Exil lebenden Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi treu ergeben sind.