Bei gewalttätigen Auseinandersetzungen in Gizeh westlich von Kairo haben Polizisten sechs Anhänger der verbotenen Muslimbruderschaft getötet. Die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete unter Berufung auf das Innenministerium, es sei nach dem Morgengebet zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern der islamistischen Glaubensgemeinschaft gekommen. Drei Menschen seien zudem verletzt und 15 Anhänger der Muslimbrüder festgenommen worden.

Aktivisten beschuldigten hingegen die Einsatzkräfte, das Feuer auf eine Demonstration von Unterstützern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi eröffnet zu haben. Das berichtete auch der arabische Nachrichtenkanal Al Jazeera. Unter den Toten sei auch eine Frau.  

Der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge soll es in weiteren Vierteln von Gizeh Ausschreitungen und Proteste nach den Freitagsgebeten gegeben haben. Giseh gehört mit ihren mehr als drei Millionen Einwohnern zur Metropolenregion Kairo. Auch in Alexandria setzte die Polizei gegen Demonstranten Tränengas und Wasserwerfer ein, wie Al Jazeera berichtete

Der frei gewählte Staatschef Mursi war vor mehr als zwei Jahren nach Massenprotesten vom Militär abgesetzt worden. Seitdem geht die Regierung hart gegen Islamisten vor. Die Muslimbruderschaft wurde verboten und massenhaft Anhänger zum Tode verurteilt, auch Mursi selbst. Nach Ende des Ramadan hat für Muslime am Freitag das dreitägige Fest des Fastenbrechens begonnen.