Die Terrororganisation Boko Haram hat bei Angriffen auf Moscheen im Nordosten Nigerias fast 150 Menschen getötet. Die Angreifer hätten mehrere Gotteshäuser in der Stadt Kukawa attackiert, als sich die Gläubigen im Fastenmonat Ramadan vor dem Fastenbrechen zum Gebet versammelten, sagte ein Regierungsbeamter.

Der Sprecher der Bürgerwehr von Kukawa sagte, einige Extremisten seien in Häuser eingedrungen und hätten Frauen und Kinder getötet. Die Stadt liegt etwa 180 Kilometer nordöstlich von Maiduguri, das als Geburtsort von Boko Haram gilt.

Erst am Dienstag waren Boko-Haram-Kämpfer in das Dorf Mussaram eingedrungen und hatten 48 Menschen getötet. Nach Augenzeugenberichten trennten sie Männer und Frauen und schossen Männer und Jungen nieder. 17 Menschen seien schwer verletzt worden, sagte der Sprecher der örtlichen Bürgerwehr.

Boko Haram will einen islamischen Gottesstaat errichten und terrorisiert vor allem den Nordosten Nigerias, wo die Gruppe große Gebiete kontrollierte und seit 2009 mehr als 13.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen weitere in die Flucht getrieben hat. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Muhammadu Buhari wurde sie von einer multinationalen Streitmacht aus vielen Gegenden vertrieben.

Ein häufiges Angriffsziel der Gruppe sind Moscheen, deren Seelsorger in den Augen der Extremisten eine zu moderate Glaubensauffassung vertreten. Boko Haram hat sich mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" verbündet, die angekündigt hatte, während des Fastenmonats besonders viele Menschen umbringen zu wollen.