Bei einem erneuten Angriff mutmaßlicher Islamisten auf ein Dorf im Nordosten Nigerias sind mehr als 20 Menschen getötet worden. Kämpfer der Gruppierung Boko Haram hätten am Freitagmorgen das Dorf Maikadiri im Süden des Bundesstaats Borno überfallen, das Feuer auf die Bewohner eröffnet und mehrere Häuser und Läden niedergebrannt, berichteten geflohene Einwohner des Dorfes in Bornos Hauptstadt Maiduguri. Nach ihren Angaben war der Angriff am helllichten Tag nur möglich, weil das Dorf ungeschützt war.

Maikadiri liegt in der Nähe des Sambisa-Walds, wo das nigerianische Militär im Mai nach eigenen Angaben mehrere Boko-Haram-Lager zerstört und Hunderte Geiseln befreit hatte. Nach übereinstimmenden Berichten von Gouverneuren aus dem Nordosten Nigerias steht das riesige Waldgebiet aber nach wie vor unter Kontrolle von Boko Haram.

Boko Haram will einen islamischen Gottesstaat errichten und terrorisiert vor allem den Nordosten Nigerias, wo die Gruppe große Gebiete kontrollierte und seit 2009 mehr als 13.000 Menschen getötet und 1,5 Millionen weitere in die Flucht getrieben hat. Nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Muhammadu Buhari Ende Mai wurde sie von einer multinationalen Streitmacht aus vielen Gegenden vertrieben. Buhari hatte damals einen entschlossenen Einsatz gegen die Islamisten angekündigt, doch wurden seitdem bei neuen Anschlägen und Angriffen mehr als 800 Menschen getötet.