Die Griechen haben beim Referendum über die Sparpolitik nach ersten Auszählungen die Forderungen der Geldgeber mehrheitlich abgelehnt. Das griechische Innenministerium hat erste Hochrechnungen veröffentlicht. Demnach stimmten nach Auszählung von knapp neun Prozent der abgegebenen Wahlzettel 59,9 Prozent mit Nein und 40,1 Prozent mit Ja. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,1 Prozent.

Die griechische Regierung hat unmittelbar nach dem Referendum neue Verhandlungen mit den Geldgebern angekündigt. Noch heute wolle man Gespräche mit den internationalen Partnern beginnen, sagte der griechische Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis im Fernsehen – noch vor Bekanntgabe des offiziellen Ergebnisses.

"Das Mandat (des Volkes) ist klar. Ein neuer Versuch beginnt (seitens Athen) für eine für beide Seiten günstige Einigung, als gleiche Partner und nicht als eine Schuldenkolonie", sagte Sakellaridis. Regierungschef Alexis Tsipras werde sich "sehr schnell bewegen um den Auftrag des Volkes in die Tat umzusetzen. Ab heute starten wir Verhandlungen", sagte er weiter.

Der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos hat den Ausgang des Referendums als Sieg für die Demokratie gewertet. "Das griechische Volk hat bewiesen, dass es sich nicht erpressen lässt", sagte der Chef der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen am Sonntag. "Es lässt sich nicht terrorisieren. Es lässt sich nicht bedrohen. Die Demokratie hat gewonnen."

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