In den USA bekommen die Republikaner eine weitere Option für ihren Präsidentschaftskandidaten: Der Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, hat seine Kandidatur offiziell erklärt. Auf Twitter schrieb er: "I'm in", er sei dabei. Damit konkurrieren nun bereits 15 Republikaner um die Kandidatur für das Präsidentenamt.

In einem ersten Werbevideo präsentiert sich Walker als konservativer Kandidat, der für große, starke Reformen stehe. Ihm sei es auch gelungen, in einem traditionell demokratischen Bundesstaat Gouverneur zu werden.

Walker ist als Gouverneur in Wisconsin bekannt geworden, weil er die Einkommens- und Unternehmenssteuern um zwei Milliarden Dollar senkte, das Tragen versteckter Waffen legalisierte, Abtreibungen erschwerte und Wisconsin zu einem Staat erklärte, in dem es ein Recht auf Arbeit gibt. Sozialhilfeempfänger müssen sich Drogentests unterziehen, die politische Kraft von Gewerkschaften in seinem Staat hat er in harten Auseinandersetzungen mit ihnen geschwächt. Die landesweite Legalisierung der Homo-Ehe vor wenigen Wochen durch den Supreme Court lehnte er ab. Stattdessen strebte er eine Verfassungsänderung an, die die Regelung den Bundesstaaten überlassen hätte.

Im Juni 2012 überstand Walker als erster Gouverneur in der US-Geschichte ein Abwahlverfahren. 900.000 Unterzeichner hatten die Wahl wegen seiner Einschränkungen des Tarifrechts der öffentlich Angestellten erzwungen.

In den kommenden Wochen werden dem republikanischen Präsidentenbewerberrennen voraussichtlich noch der Gouverneur von Ohio, John Kasich, und der frühere Gouverneur von Virginia, Jim Gilmore, beitreten. Der Politikwissenschaftler und frühere Sprecher der demokratischen Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton, Mo Elleithee, beschreibt das Phänomen als "Me-Too-Ism" – etwa: "Wenn der das macht, kann ich das auch."