In der Türkei erhalten Twitter-Nutzer derzeit Fehlermeldungen, wenn sie Kurznachrichten lesen oder schreiben wollen. Die Regierung ließ den Zugang zumindest zeitweise blockieren. Ein Gesetz macht dies möglich, das Richtern erlaubt, Webadressen zu sperren, wenn sie die Gefahr für das Land als groß einschätzen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA hat ein türkisches Gericht den Zugang zu Twitter inzwischen wieder freigegeben. Allerdings berichteten Nutzer noch immer von Zugangsproblemen.

Mit der Sperre will die Regierung verhindern, dass sich Bilder vom Bombenanschlag in der südöstlichen Stadt Suruç verbreiten, bei dem am Montag 32 Menschen starben. Auch sollen damit Aufrufe zu Protesten im Zusammenhang mit dem Anschlag verhindert werden. Laut der Zeitung Hürriyet wurde Twitter zudem aufgefordert, bereits veröffentlichtes Bildmaterial von dem Anschlag zu löschen. 

Laut einem richterlichen Beschluss ist es Medien zudem verboten, über den Anschlag mit Bildern und Videos zu berichten. Eine entsprechende Sperre sei erlassen, berichtete auch Hürriyet.

Die türkische Regierung vermutet die Terrormiliz "Islamischer Staat" als Urheber des Anschlags. Erste Hinweise deuteten auf einen Selbstmordanschlag. Die türkische Regierung befürchtet, dass der Anschlag Teil einer IS-Rachekampagne sein könnte, weil die Behörden verstärkt gegen die Extremisten vorgehen. In den vergangenen sechs Monaten wurden nach offiziellen Angaben mehr als 500 mutmaßliche IS-Anhänger in der Türkei festgenommen.