Prorussische Rebellen und die ukrainische Armee haben sich gegenseitig beschuldigt, Zivilisten getötet zu haben. Mindestens fünf Menschen kamen bei schweren Gefechten zwischen Militär und prorussischen Separatisten in der Ostukraine ums Leben, berichteten beide Seiten. Die regierungstreuen Behörden von Donezk meldeten zwei getötete Zivilisten in der Stadt Dserschynsk. Auch ein Soldat sei bei Angriffen der Aufständischen getötet und vier weitere verletzt worden.

Wenige Kilometer westlich von Dserschynsk wurden nach Darstellung der Separatisten mindestens zwei Zivilisten getötet, als die Armee den Ort Horliwka beschoss. Mehrere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher der Aufständischen. Auch im Luhansker Gebiet habe es Gefechte gegeben.

Die Armee hatte am Mittwoch eingeräumt, dass es immer wieder versehentlich zum Beschuss von zivilen Objekten in der Region komme. "Es kommt manchmal dazu", hatte Alexander Rosmasnin vom Generalstab in einer Talkshow gesagt. Die Armee sei gezwungen, das Feuer zu erwidern, wenn Soldaten beschossen würden.

Im Februar wurde ein Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten vereinbart. Die Feuerpause ist allerdings seither brüchig. Die Staatsagentur für den Wiederaufbau des Donbass sprach von riesigen Schäden in der Region nach etwa 16 Monaten Krieg. Zur Wiederherstellung der Infrastruktur seien insgesamt 1,8 Milliarden US-Dollar (fast 1,63 Milliarden Euro) nötig, sagte Agenturchef Wadim Tschernysch. Davon müssten internationalen Partnern zufolge allein 316 Millionen US-Dollar für humanitäre Zwecke verwendet werden.